Die Schneerose zeigt sich bereits in den Wintermonaten an schattigen Standorten.
Die fünf großen weißen Blütenblätter erinnern stark an Rosen, dennoch gehört die Schneerose zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).
Während viele andere Blüten noch im „Winterschlaf“ Modus sind, zeigt die Schneerosen – auch Christrose genannt bereits ihre Blüten, auch wenn teilweise noch Schnee den Boden bedeckt. In einer Legende brachten sie die Tränen eines Hirten in der Heiligen Nacht das erste Mal zum Wachsen und Blühen, weil er kein Geschenk für den neugeborenen Jesus hatte.
Ihre Blüten bieten früh fliegenden Insektenarten eine erste Nahrungsquelle. Nachdem die Blüten bestäubt sind, verfärben sie sich grün und bleiben noch lange in den Frühling hinein bestehen.
Die tiefgrünen Laubblätter der Schneerose sind fühlen sich ledrig an und sind immergrün und in 7-9 Abschnitte gegliedert. Die einzelnen Abschnitte sind lanzettlich geformt mit ganzrandigem oder gezähntem Blattrand.
Am unteren Teil des Stängels befinden sich 2-3 frostempfindliche Hochblätter.
Sie kann eine Wuchshöhe zwischen 20 und 30 Zentimeter erreichen und bis zu 25 Jahre alt werden.
Die Blüte erreicht einen Durchmesser von 5-10 cm und ist meist endständig und einzeln am Stängel zu finden. Die weiße, im Verblühen auch rosa überhauchte Blütenhülle setzt sich aus fünf eiförmigen Kelchblättern zusammen. An der verlängerten Blütenachse sind zahlreiche gelbe Staubblätter spiralförmig angeordnet.
Die Hauptblütezeit ist von Dezember bis März.
Die klassische Christrose „Helleborus niger „wirdwegen ihrer Blütezeit um Weihnachten so genannt.
Andere Arten wie beispielsweise die im Frühling blühenden Helleborus orientalis-Hybriden bezeichnet man als Lenzrose.
Sie ist auch unter dem Namen Schwarze Nieswurz bekannt. „Schwarz „bezieht sich auf den unterirdischen Erdspross und die Wurzeln der Schneerose da diese dunkel gefärbt sind. „Nieswurz“ deshalb, weil wenn man an ihm riecht, löst der Wurzelstock einen Niesreiz aus durch die schleimhautreizende Wirkung zerriebener getrockneter Blätter.Deshalb wurden die unterirdischen Bestandteile der Schneerose früher sogar als Niespulver verwendet!
Achtung giftig! Alle Pflanzenteile der Christrosen enthalten stark giftige Stoffe wie Protoanemonin und Saponin Helleborin, ein sogenanntes Herz Gift. Die höchste Konzentration der Toxine findet sich im Wurzelstock ebenso die reifen Samen. Sehr gefährlich für Pferde auf der Weide, Katzen, Hundewelpen sowie Kinder, die aus Neugier an der Pflanze kauen mit Atemnot, entzündete Mundschleimhäute, Übelkeit und im schlimmsten Fall droht Atemstillstand mit Todesfolge!
Protoanemonin wird erst bei Verletzung der Pflanze enzymatisch freigesetzt und wirkt stark hautreizend mit Rötungen und Ödem Bildung Aber auch die Schleimhaut wird stark gereizt, was Gastroenteritiden mit heftigem Erbrechen und Durchfällen führt. Gleichzeitig kann Protoanemonin zu Störungen des Zentralnervensystems führen mit Schwindel, Krämpfe und Lähmungserscheinungen.
Helleborin führt ebenfalls zu Schleimhautreizungen und Magen-Darm-Störungen zusätzlich aber auch Nies- und Brechreiz.
Auch das toxische Glykosid Hellebrin (Helleborein) unterstützt diese gastrointestinalen Störungen und wirkt zusätzlich stark herztoxisch. Ähnlich wie Digitalis, das Gift des Fingerhuts, kann Hellebrin den Kaliumspiegel senken, was den Calciumausstrom aus dem Herzmuskel vermindert. Die Folge ist ein Überangebot an Calcium. Dies führt bei hohen Dosen zu Arrhythmien, Bradykardien und Tod durch Atemlähmung
Früher wurde die Christrose deshalb verwendet, um Feinde zu vergiften aber fand früher aber auch als Heilmittel Anwendung.
Hippokrates verabreichte Helleborus als abführendes und harntreibendes Mittel zur Entgiftung. Auch die Psyche sollte durch Extrakte der Christrose gereinigt werden können, weshalb es antike Ärzte sie gegen Geisteskrankheit verabreichten.
Im Mittelalter wurden die Verwendungen der Christrose immer mystischer. Als ein Bestandteil von Hexensalben galt sie als Mittel zur Erhaltung der ewigen Jugend und konnte fein vermahlen als Pulver verstreut angeblich sogar unsichtbar machen.
Als „Nieswurz nutzte man die Christrose, um böse Geister und Krankheiten auszuniesen, später wurden getrocknete Blätter aber auch als Beimischung in Schnupftabak verwendet. Aufgrund der hohen Giftigkeit kam es häufig zu tödlichen Vergiftungsfällen.